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Das Luftschiff

Leinen Los, Volldampf voraus!


Der Kapitän prüft noch einmal alle Motoren. Der Anker des verschnörkelten Landemastes lichtet sich und schon beginnt das Schauspiel: Majestätisch und leicht wie eine Feder, erhebt sich das fast zwei Meter lange Luftschiff unter den konzentrierten Augen des Kapitän Grußer in die Lüfte. Begleitet von einer Rauchfahne und mit leisem Surren gleitet das selbst gebaute Unikat in behäbigen und dennoch präzisen Manövern über die Zuschauer hinweg. Jules Verne wäre sicher gerne mitgeflogen.


Verträumte Gesichter folgen dem friedlich daher schwebenden Ballon und seiner Gondel… ein Erlebnis, wie es viele nur aus Großmutter’s Erzählungen kennen. „Schau mal da, ein Zeppelin!“

Wir freuen uns, wenn Sie bei einem Rundflug live mit dabei sind!

Wir wünschen guten Flug!


 
 

“Ich baue mir ein Luftschiff. Nicht, um es als Lampe an die Decke zu hängen oder als kleines Modell für die Vitrine - Nein - es muss wirklich fliegen können und steuerbar sein” - Das war die Idee. Aus Ideen wird bei den Grusser’schen Werken schnell Realität. So entstand die HelioMinerva, das vermutlich einzige, steuerbare Luftschiff im Steampunk Stil.


Die ca. 1.7 Meter lange Hülle besteht aus Latex und ist quasi nur eine Art “Spezial-Luftballon”, der für wenig Geld im Fachhandel erhältlich ist. An einem selbst geknüpften Netz aus Paketschnur (das Netz war und ist die grösste Herausforderung. Es muss verstellbar sein und darf sich nicht verziehen) hängt eine Piratenschiff-Gondel, die aus Balsaholz in mühevoller Kleinarbeit gebaut wurde. 

Vor dem Start wird die Hülle so weit mit (unbrennbarem) Helium gefüllt, bis die Gesamtkonstruktion schnell nach oben fliegen würde. Anschliessend werden wiederum die beiden seitlich angebrachten Wassertanks so weit mit Wasser befüllt, bis sich die Konstruktion in der Schwebe hält. Im Verlauf des Tages entweichen durch die Hülle geringe Mengen Helium, darum wird vor jedem Einsatz gerade soviel Wasser wieder entnommen, damit das Schiff nicht sinkt.


Antrieb und Steuerung erfolgen Elektrisch, da eine Dampfmaschine hier viel zu schwer wäre bzw. zu wenig Leistung bringen würde. 

Für den optischen Effekt sind allerdings ein elektrischer Rauchgenerator (Modelleisenbahn-Zubehör) und zwei kleine Glühbirnen verbaut.

Mit der alten 40Mhz-Fernsteuerung lassen sich die beiden Rotoren vor- und rückwärts drehen. Dies ergibt den Vorwärts- oder Rückwärtsflug. 

Um eine Kurve zu fliegen, rotieren beide Rotoren gegenläufig. Steuerbare Ruder sind daher gar nicht nötig. 

Steig- und Sinkflug lässt sich mit dem Neigungsservo regulieren, welches die beiden Rotoren um 180 Grad neigen kann. Nach längerer Eingewöhnungszeit und weit vorausschauendem Steuern bin ich nun in der Lage, das Luftschiff in der Halle sehr präzise und auch um Hindernisse herum zu manövrieren. Der Einsatz im Freien ist aber nicht möglich, denn jeder noch so kleine Wind macht dieses Modell unkontrollierbar.


Die Entstehung und Optimierung ist seit dem Erstflug bis heute ständig im Wandel. Immer wieder werden Details am Netz, an der Steuerung oder am Schiff optimiert, gewartet oder verändert. 

Übrigens: Ein Luftschiff “fliegt” nicht, es “fährt”! Ahoi!

Volldampf voraus!

 
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